Samstag, 13. September 2014

Einleben braucht Zeit

 
 
Nach nahezu zwei Wochen Arbeit mit den Kindern möchte ich die Zeit Revue passieren lassen und euch meine Eindrücke mitteilen.
 
In meinem Haus, namens Trillium, leben sechs Internatsschüler und zwei Day-students.
Ich habe viel Glück mit meinem Haus, denn die Schüler sind schon in der High School und damit schon an das Leben hier gewöhnt. Das heißt sie können schon viele Dinge von selbst tun und ich stehe ihnen meist beratend zur Seite, damit sie auch ihre Tätigkeiten richtig durchführen. Natürlich ist das von Schüler zu Schüler unterschiedlich! Während der Eine nur punktuell erinnert werden muss, dass er mithelfen soll beim Tischabräumen, haben Andere Probleme ihre Konzentration zu halten, womit es teilweise schwierig wird z.B. deren Duschvorgang "schnell" durchzuführen.
 
Alles in allem können sie jedoch mehr als ich mir von Deutschland aus gedacht habe. So sprechen von den sechs Internatschüler fünf - wenn auch einer teilweise in arabisch! Da kann die Kommunikation schon mal ins Stocken geraten, wenn man nicht weiß, ob es die eigenen fehlenden Englischkenntnisse sind oder doch die arabische Sprache des Schülers. Jedoch merkt man spürbar wie man mit zunehmender Zeit immer flüssiger Englisch sprechen kann und neue Wörter in den täglichen Sprachgebrauch aufnimmt.
 
Ich möchte noch kurz auf meinen normalen Tagesrhythmus unter der Woche zu sprechen kommen, damit man sich das Vorstellen kann. Am Wochenende ist das natürlich flexibler und ich habe auch mehr Freizeit - heißt Ausschlafen bis Acht Uhr!!
 
Mein Tag beginnt um sieben Uhr in Trillium - die erste Woche war echt hart, da man sich daran noch nicht gewöhnt hatte!
Zu aller erst werden die Schüler aufgeweckt und für den Tag fertig gemacht.
Danach gibt es Essen. Ich habe mich schon soweit eingelebt, dass ich nun Brot mit Peanut butter und Marmelade esse. Eigentlich ist es nur süß und klebt zwischen den Zähnen, aber das machen hier wirklich die Meisten so.
Nachdem ich die Kinder dann circa um neun zur Schule gebracht habe, habe ich erst mal neunzig Minuten Pause.
Ich stoße zu meiner Klasse in deren Pause und wir gehen danach in die Ability Groups. Je nachdem worin man die Stärken des Schülers sieht, wird er in die zu ihm passende Gruppe gebracht. So gibt es Lese- und Mathegruppen, wie auch Landarbeit oder Gartenarbeit.
Ich bin in einer Lese- und Mathegruppe, wobei ich die letzten zwei Mal mit einem Schüler Müll weggebracht habe, damit er seine überschwängliche Energie loswerden konnte :)
Gegessen wird dann mit unseren Schülern zusammen wieder in Trillium. Meistens eine sehr lustige Angelegenheit, da die Schüler für jede Überraschung bereitstehen.
Nach einer Resthour geht dann jeder Schüler individuell in die zu ihm passende Crew. Ein breites Angebot von Weben über Landarbeit bis zu Shoppen gehen wird bereitgestellt und wir Coworker dürfen natürlich mithelfen.
So bin ich montags und mittwochs im Wald (Landarbeit) und freitags in Life Skills und darf mithelfen beim Backen - wenn ich nach Deutschland zurückkomme, kann ich dann auch mal Backen!
Nach dem Abendessen bringen wir dann die Kinder um Neun ins Bett.
 
Zurzeit treffen wir uns danach in unserem Social Room, der mit Beamer und Sofas ausgestattet ist - weitere Sofas und Fitnessgeräte sind auf dem Weg.
So lässt sich der Tag dann entspannt in der Gruppe beenden.
 


 


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